Verlag Heidi Franitza, Oberschwaigstraße 5 a, 92237 Sulzbach-Rosenberg, Tel: 0175/46 34 190 oder 09661/81 11 01, Email: heidi.franitza@t-online.de
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Inhaltsverzeichnis SCT 42 5 Leitartikel 6 Inhaltsverzeichnis 8 Russian Rocket, Triumph- Rocket-Gespann 16 Die Übergabe, Tim Reeves 19 Homemade in the fast lane, Eigenbau 20 Neustart, BMW-Urban-GS- Gespann 25 Treffen in KIrkel 26 Die Straubinger Lösung, Squire-Schwinge 28 Laudatio für die Africa Twin 30 Ganzjahresreifen 32 Graustufen, BMW GS-LC- Gespann 36 Familiensport 40 Es bleiben jede Menge Freunde 48 Oldschool-Goldwing 54 Der Dreiradlinger, Roman 55 Travel-News 56 Leserbriefe 58 Nachrichten 68 Der Bergpreis 70 Gespannfahrer-Shop 72 Generationen-Taxi, Africa- Twin-Gespann 78 Vorschau, Impressum 79 Nachgefragt
Ohne ADV bist Du niemand! Ein Trendscout ist ein interessanter Beruf. Gesucht wird nach künftigen Trends in allen Bereichen des Lebens. Trendscouts spüren heute auf, was morgen „in“ ist. Der Ursprung eines Trends ist oft in einer überschaubaren sozialen Gruppe zu finden. Wenn sich große Firmen davon einen Vorteil versprechen, werden entsprechende Produkte entwickelt und vermarktet. Als Yamaha 1976 die XT 500 auf den Markt brachte, dachte niemand ernsthaft daran, dass dieses Motorrad bald zum Lastesel der Weltreisegilde avancieren würde. Als BMW vier Jahre später das Modell G/S vorstellte, konnte man noch nicht unbedingt von einem Trend sprechen. Es war ein sehr interessantes Reisemotorrad. Aber es sollte alsbald einen aufkeimenden Trend begründen und unterstützen. Die GS als Ausdruck weltmännischer Reise-Erfahrung. Aufgeladen bis jenseits aller Vernunft auf Straßen und Pisten des Erdballs unterwegs. Die Idee fruchtete. Die GS war das Synonym für ein robustes Reisemotorrad. Die Japaner knabberten an diesem Image, wurden den Bayern aber nie gefährlich. Zu den beiden Buchstaben GS gesellte sich bald das Kürzel ADV, die Kurzform von Adventure. Industrie und Privatiers entwickelten reisetaugliches Zubehör und praktische Bekleidung. Das Ist ja durchaus begrüßenswert. Mir hat sich jedoch nie erschlossen, warum eine Hose oder Jacke den Zusatz ADV tragen muss. Sollte das ein Hinweis sein, dass nach der Investition in ein völlig überteuertes Produkt der Tragekomfort zu einem echten Abenteuer wird? Hat ein Topcase durch den ADV-Zusatz mehr Ladevolumen? Den Vogel schießt jetzt jedoch die Firma Motorex mit ihrem ADV-Kettenspray ab. In der Pressemitteilung heißt es: „Bei Motorradkäufern erfreuen sich Reiseenduros großer Beliebtheit – Tendenz weiter steigend. Eigens für diesen Kundenkreis entwickelte MOTOREX mit dem neuen CHAINLUBE ADVENTURE einen speziellen Kettenschmierstoff, der sowohl im Alltag als auch auf längeren Touren mit zahlreichen Vorteilen überzeugt. Einmal aufgetragen, sorgt das Spray über einen besonders langen Zeitraum für zuverlässige Schmierung. Dank des wasser- und hochdruckfesten Schmierfilms eignet es sich auch für Fahrten in anspruchsvollem Terrain. MOTOREX CHAINLUBE ist haftfähig, minimiert aber gleichzeitig die Anhaftung von Schmutz. Es ist langlebig, abschleuderfest und widersteht selbst widrigen Witterungsbedingungen wie Regen und Nässe.“ Bei mir tauchten beim Lesen der Mitteilung sofort die Fragen auf: „Und das kann ein anders Kettenspray aus eigenem Hause oder von den Mitbewerbern nicht leisten? Kauft man sich mit dem Adventuretitel tatsächlich die bessere Qualität? Oder wird ein eventuell höherer Preis allein über den Adventure-Zusatz gerechtfertigt? Ist nun alles ohne Adventure-Bezeichnung minderwertig? Der inflationäre Gebrauch von ADV bzw. Adventure geht mir auf den Keks. Interessant ist auf alle Fälle, dass bislang die Gespannbranche von diesem Phänomen verschont blieb. Da heißen besondere Ausstattungen oder Konzepte dann einfach Nordkap-Edition oder Transitus-Arabiae-Fahrwerk. Und jetzt wünschen wir ihnen viel Spaß mit dieser ADV-Ausgabe. Martin und Heidi
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